SoloVoices Ensemble Basel


Presse

Sie haben wunderbare Stimmen, originelle Programme und bieten niederschwelligen Zugang zu Alter und Neuer Musik: die Basler Vokalensembles Thélème und Solovoices. Letzteres wurde 2007 von zwei Sängerinnen und zwei Sängern gegründet, beschäftigt sich hauptsächlich mit zeitgenössischer Musik und hat schon zahlreiche Werke uraufgeführt. (…) Beim nächsten gemeinsamen Konzert bieten sie Einblick in ein Genre, das im 16./17. Jahrhundert en vogue war: das Madrigal, eine mehrstimmige weltliche Liedform mit emotionalem Ausdruck. Thélème wird einen grossen Teil aus Heinrich Schütz’ ‹Il Primo Libro de Madrigali› aufführen, den Solovoices mit Vokalmusik von vier Gegenwarts-Komponisten ergänzt. (Dagmar Brunner, Programmzeitung, März 2017)


Das sich auch durch hohe Tonreinheit auszeichnende Vokalquartett hat sich vorrangig der Interpretation von zeitgenössischer Musik verschrieben und es bereits zu hoher Meisterschaft gebracht – eine Qualität, um die sich heutige Komponistinnen und Komponisten nur raufen können: Der bis in höchste, verhauchende Pianissimo-Lagen instrumental geführte Sopran Svea Schildknechts, der ausdrucksstarke, temperamentvolle Mezzosopran Francisca Näfs, der baritonal gefärbte, stimmführende Tenor Jean-Jacques Knuttis und der lyrische und auch mit Witz eingesetzte Bass Jean-Christophe Groffes. (Laura Weidacher, Journal 21, 7. März 2015)
 
Erfrischend dann aber nach der Pause die Vertonungen von Volksliedtexten durch Matthias Heep. Sein „Liederbuch“ (sic: die Anspielung auf Heinrich Heines „Buch der Lieder“) beginnt sogar mit einigen Takten der Originalmelodie zu „Nun ade, du mein lieb Heimatland“, welche aber sofort paraphrasiert und weitergeführt werden. Das sollten aber auch die einzigen volksliedhaften Töne in Heeps Werk bleiben. Er nähert sich den alten Texten, viele dabei aus der Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“, auf originäre, manchmal sogar witzige Weise, und rundet dabei das programmatische Gesamtthema endlich ab: Canti populari von heute, nicht gerade eingängig, aber auch einem weniger spezialisierten Publikum ohne weiteres zugänglich: Thema glänzend umgesetzt. (Laura Weidacher, Journal 21, 7. März 2015)
 
Doch das 80-minütige Werk kommt über weite Strecken wie aus einem Guss daher. Das liegt an der straffen, abwechslungsreichen Dramaturgie. Das liegt an den Kompositionen, die mit ihren griffigen Farben und Rhythmen einen einheitlichen Klangraum schaffen. Es liegt an der Ironie, die immer wieder aufblitzt. Vor allem aber am Chor, den Solisten und Musikern, die ebenso auf hohem Niveau agieren wie der Schauspieler Simon Grossenbacher. «L’Orient n’existe pas» ist ein unprätentiöser Assoziationsreigen, der gerade deshalb zum Nachdenken anregt, weil er ohne gut gemeinte Botschaft auskommt. (Oliver Meier, Berner Zeitung, 13. Mai 2011)
 
Dem Amerikaner mit dem Flair für Zufall erwiesen vier Künstler ihre Referenz, denen man an diesem spielerischen Konzertabend gerne familiäre Rollen zuteilte: Svea Schildknecht und Jean J. Knutti als «Eltern», Francisca Näf und Bernhard Bichler als spielende «Kinder». Mit starker Bühnenpräsenz schlugen sie einen kraftvollen Bogen über die experimentellen Miniaturen aus Cages «Song Book», seiner «Living Room Music» und «Forever and Sunsmell». (St.Galler Tagblatt, 26. April 2008)